Befreiend und lindernd: Sole

Nicht nur das Meer liefert uns wertvolles, heilsames, salzhaltiges Wasser: In den Tiefen der Erde ist Sole zu finden, natürliches Wasser mit hochdosierten wertvollen Mineralsalzen wie Natrium-, Magnesium- und Kaliumchlorid.

Deren positive, antibakterielle Wirkung ist vor allem bei Hautproblemen von Akne über Schuppenflechte bis Neurodermitis erwiesen und Sole dafür als Heilmittel anerkannt. Bäder, Umschläge und Einreibungen sind bevorzugte Anwendungen. Einmalig nutzen diese wenig: Eine wirksame Kur kann Wochen dauern.

Ähnlich wie das salzige Meerwasser und salzige Seeluft wirkt Sole – durch Inhalieren oder als Spülung – auch heilsam auf die Atemwege, weil es die Schleimhäute befeuchtet, Husten löst und Entzündungen hemmt. Allergiker, Asthmatiker und Menschen mit Bronchitis sind hier die Hauptzielgruppe.

Der Aufenthalt in Bädern oder Wassergymnastik in Bewegungsbecken mit Sole wird zudem häufig bei Beschwerden des Bewegungsapparates – Rheuma, Arthrose, Veränderungen an der Wirbelsäule, nach Knochenbrüchen – verschrieben. Zum einen bewirkt Sole einen spürbaren Auftrieb, so dass man sich im Wasser viel leichter bewegen kann als an der Luft. Damit sind in der Sole Übungen und Bewegungen möglich, die außerhalb des Beckens große Schmerzen machen würden. Zum anderen weitet sich die Haut im Salzwasser, Muskeln entspannen sich. Das entlastet die Gelenke.

Die Therapie mit Sole als ortsgebundenem Heilmittel wird in Mecklenburg-Vorpommern an drei Orten praktiziert: im Staatlich anerkannten Sole-Heilbad Waren an der Müritz, im Seeheilbad Heringsdorf auf Usedom, im Ostseebad Binz. Dabei ist Sole nicht gleich Sole: Die unterschiedlichen Salzgehalte der örtlichen Solequellen sind der Grund, warum nicht an allen Orten die gleichen Erkrankungen therapiert werden.

Salzt die Ostsee: Dr. Johannes Wimmer