Beruhigend und entspannend: Moor

Zugegeben: Es gibt verlockendere Aussichten, als sich mit dem ganzen Körper in ein dunkles, breiiges Schlammbad zu begeben, und ein bisschen unheimlich klingt es ja auch, dieses Moor. Doch keine Angst: Wird Ihnen, zum Beispiel bei Arthrose oder Rheuma ein Moorbad empfohlen, erwartet Sie dafür natürlich nicht das gruselige Moor, sondern eine Wanne, gefüllt mit Schlamm und Badetorf.

Das ist das eigentliche natürliche Heilmittel, um das es hier geht: Torf, jahrhundertealtes organisches Sediment aus nicht vollständig abgebauten Pflanzenresten, das aus trocken gelegten Mooren abgestochen wird.

Seine therapeutische Wirkung beruht zu einem wesentlichen Teil auf seiner Fähigkeit, Wärme zu speichern und diese dann nach und nach abzugeben – Bäder oder auch Moorpackungen können so bis zu 48 Grad Celsius warm werden.

Auf den Körper hat das ebenso entspannende wie anregende Wirkungen: Zum einen entspannt die Wärme während eines Bades Gelenke und Muskeln, zum anderen heizt sie den Kreislauf an. Zugleich dringen mit der Wärme die organischen Stoffe des Moores in den Körper ein, die Huminstoffe. Sie sollen helfen, Entzündungen zu hemmen, was sowohl dem Bewegungsapparat zu Gute kommt wie auch Leber und Nieren, sollte es hier Beschwerden geben.

In Mecklenburg-Vorpommern pflegen die Orte Bad Sülze und Bad Doberan die traditionsreiche Moortherapie mit Torf aus dem umliegenden Mooren. Dahin wird der Torf nach der Anwendung auch wieder zurückgebracht oder er wird renaturiert. Mooranwendungen im Wellnessbereich oder für den Heimgebrauch wie Moorkissen oder in Drogerien erhältliche Moorbäder haben eine wohltuende, aber nicht zwingend medizinisch-therapeutische Wirkung.

Findet Moorbaden prima: Dr. Johannes Wimmer