Mit neurologischen Erkrankungen leben

Parkinson, Epilepsie, Polyneuropathie, Demenz und andere neurologische Krankheiten belasten den Alltag Betroffener und ihrer Angehörigen. Bewegungseinschränkungen, chronische Schmerzen und psychische Erschöpfung prägen viele Krankheitsbilder im Bereich Neurologie. Medikamente oder Operationen spielen bei der Therapie eine wichtige Rolle. Zusätzlich kann aber auch ein Aufenthalt in einer der Kur- und Reha-Einrichtungen Mecklenburg-Vorpommerns zur Linderung der Beschwerden durch neurologische Erkrankungen beitragen. Neben dem natürlichen Erholungseffekt reizvoller Seen- und Küstenlandschaften, können individuelle Behandlungskonzepte der Wald-, Klima- oder Thalassotherapie die Gesundheit fördern und das körperliche Wohlbefinden sowie die Psyche stärken. Darüber hinaus wird am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) am Standort Rostock/Greifswald unter anderem zu Demenz-Erkrankungen intensiv geforscht.

Neurologie: Sehr vielfältige Krankheitsbilder

Der Neurologie zugeordneten Krankheiten gemeinsam ist, dass sie das Nervensystem betreffen und ebenso komplexe Ursachen wie Behandlungsmöglichkeiten haben. Zu den bekanntesten neurologischen Erkrankungen gehören Demenz, Schlaganfall und Parkinson. Die große Bandbreite neurologischer Erkrankungen umfasst aber beispielsweise auch Kopfschmerzen und Migräne, Epilepsie und Multiple Sklerose oder Polyneuropathie und Hirnblutungen.

Gedächtnissprechstunde zur Demenz-Diagnose

Neben psychologischen Tests und Gesprächen mit Angehörigen schließt die neurologische Untersuchung in der ambulanten Gedächtnissprechstunde bildgebende Verfahren wie MRT und EEG sowie Laborwerte ein. So lassen sich auf Grundlage des neuropsychologischen Leistungsprofils des Betroffenen, der Angaben von Angehörigen und aktueller Forschungsergebnisse der Neurologie treffende Diagnosen zu Demenz-Krankheiten stellen. Ergänzend unterstützt eine psychosoziale Beratung, insbesondere nach der Diagnosestellung, Betroffene und Angehörige. Die Inanspruchnahme einer solchen „Gedächtnissprechstunde“ erfordert jedoch die Überweisung durch einen Haus- oder Facharzt.

Gedächtnissprechstunden gibt es in folgenden Städten Mecklenburg-Vorpommerns:

  • Memory-Clinic am Ev. Krankenhaus Bethanien gGmbH
    Telefon: 03834 543450

  • Universität Greifswald Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
    Telefon: 03834 866916

Universität Rostock Klinik und Poliklinik für Psychosomatik
und Psychotherapeutische Medizin
in Kooperation mit dem DZNE
Telefon: 0381 494-9480 oder 0381 494-9689

HELIOS-Kliniken
Carl-Friedrich-Flemming-Klinik
Telefon: 0385 5203388

  • Memo Clinic
    Telefon: 03831 356900

  • HELIOS-Hanseklinikum
    Telefon: 03831 353174

Sana Hanse-Klinikum
Telefon: 03841 762865

Sprechstunden beim Psychotherapeuten

Im Umgang mit neurologischen Erkrankungen wie Demenz, Polyneuropathie oder Multiple Sklerose gibt es viele Gründe einen Psychologen aufzusuchen. Nach Auskunft der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) ermöglichen aktuelle Regelungen nun eine schnellen Zugang zu einer psychotherapeutischen Behandlung. Seit Inkrafttreten der neuen Psychotherapie-Richtlinie im April 2017 bieten Psychotherapeuten wöchentliche Sprechstunden zum Erstgespräch an. Hier lässt sich abklären, ob eine psychische Erkrankung vorliegt. Ebenfalls verbessert sich mit der neuen Richtlinie die telefonische Erreichbarkeit niedergelassener Psychotherapeuten und damit die Terminvereinbarung.

Online-Coach bei Depressionen

Neurologische Erkrankungen können auch eine Depression auslösen. Schnell verfügbare Internetangebote wie zum Beispiel der „Depressions-Coach“ können dabei durchaus sinnvoll sein. Gemeinsam mit der Freien Universität (FU) Berlin entwickelt, bietet die Techniker-Krankenkasse bereits seit 2013 ein internetbasiertes Beratungs- und Trainingsprogramm an. Jetzt belegt eine aktuelle Studie die Wirksamkeit dieses mehrstufigen und von Psychotherapeuten begleiteten Programms bei Menschen mit leichten bis mittelschweren Depressionen. Der Leidensdruck der rund 1.100 in die Studie einbezogenen Personen reduzierte sich zum Teil deutlich. Ängste und Grübelphasen ließen nach. Auch die Abbrecherquote war deutlich geringer im Vergleich zu klassischen Therapieangeboten.

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