Yin-Yoga im Selbsttest

Yoga ist in den letzten Jahren zum Fitnessliebling geworden. Fast jeder hat schon einmal vergeblich versucht, im „Baum“ das Gleichgewicht zu halten oder ist beim „Sonnengruß“ außer Atem geraten. Und so hatte ich ganz eigene Vorstellungen als ich das TAO- Gesundheitszentrum des Gutshaus Stellshagen betrat, um eine Probestunde zu absolvieren.

Der lichtdurchflutete Raum, in dem schon Matten, Kissen und Decken bereitliegen, wirkt sofort beruhigend und entspannend. Die Wände sind mit Seegras gedämmt und verströmen einen Duft, der an Ostsee und Strand erinnert.

Die Kursleiterin, Katrin Wendel, fragt uns zunächst nach unseren bisherigen Yogaerfahrungen. Wie ich, kennen die meisten nur das sogenannte Hatha-Yoga.

Doch dann eröffnet Katrin Wendel uns, dass wir Yin-Yoga praktizieren werden. Während im dynamischen Hatha-Yoga der Fokus auf der Muskulatur liegt und man eher aktiv ist, werden im Yin-Yoga eher die tieferen Schichten des Körpers wie die Faszien angesprochen. Es geht vor allem darum, in die sogenannten „Asanas“ hinein zu entspannen und den Atem frei fließen zu lassen, um auf diese Weise zu innerer Ruhe zu kommen und die Energie wieder frei fließen zu lassen. Unterschwellige Spannungen in den inneren Organen und Muskelpartien lösen sich durch die lang gehaltenen sanften Dehnungen wie von allein.

Worauf es ankommt

Die Übungen dauern zwei bis fünf Minuten. Statt direkt zu versuchen, die Zehen zu umfassen, sollte man sich also lieber in die Haltung hineinsinken lassen. Denn der Körper beginnt erst nach ein paar Minuten, sich zu öffnen. Durch das „Hineinsinken“ erhöht sich die Flexibilität und Anspannungen können zum Teil gelindert oder sogar gelöst werden. Yin-Yoga ist deshalb ein guter Ausgleich zum bewegungsorientierten Yoga, bei dem die Faszien oft gar nicht erreicht werden.

Yin und Yang

Wichtig ist allerdings, dass Yin-Yoga nicht in Konkurrenz zum dynamischen Yoga steht. Yin und Yang bilden eine Einheit. Yang ist die männliche Kraft, die unseren Muskeln zugeordnet ist und so wie unser Alltag mit viel Bewegung verbunden ist. Yin steht für die weibliche Energie, die uns zur Ruhe kommen lässt und mit Knochen und Gelenken in Beziehung steht. Das eine kann nicht ohne das andere existieren.

Ich bin überzeugt!

Obwohl ich anfangs etwas skeptisch bin so lange in einer Haltung auszuharren, merke ich schnell, wie es mir zunehmend leichter fällt in die Übungen hineinzusinken. Meine Muskeln entspannen und öffnen sich und mein Atem wird immer ruhiger. Am Ende der Stunde bin ich völlig entspannt und fühle mich viel lockerer und flexibler.

Übrigens ist Yin-Yoga eine wunderbare Vorsorge: Im Alter werden unsere Gelenke zunehmend unbeweglicher - durch Yin-Yoga können wir diesem Prozess vorbeugen.