Therapie nach Liebscher & Bracht

Martina Haase, Heilpraktikerin der Naturheilpraxis „Ostseesalzgrotte“ in Bad Doberan, erklärt die Liebscher & Bracht Therapie.

Chronische Schmerzen können den Alltag von Betroffenen stark einschränken. Oft müssen Patienten mit Schmerzmitteln leben oder sich sogar einer Operation unterziehen. Die Schmerztherapie nach Liebscher & Bracht soll dies verhindern. 

Martina Haase ist Heilpraktikerin, Arzthelferin und Diabetesassistentin sowie ausgebildet in der Schmerztherapie und Bewegungslehre nach Liebscher & Bracht. Seit fast 40 Jahren ist sie in der Medizin tätig und beschäftigt sich nunmehr seit vielen Jahren mit der Naturheilkunde. Mit uns hat sie über die Liebscher & Bracht Therapie und ihre Wirkung gesprochen.

"Der Schmerz ist unser Freund, nicht Feind"

Entwickelt wurde die Therapie von Roland Liebscher-Bracht und seiner Frau Petra Bracht. Selbst langjährige chronische Schmerzen sollen dadurch gelindert oder gar beseitigt werden können. Roland Liebscher-Bracht ist ursprünglich Maschinenbauingenieur und hat dadurch ein Verständnis dafür entwickelt, was Gelenke machen und wie sie funktionieren. Deshalb argumentiert er, dass Schmerzen nicht durch geschädigtes Gewebe entstehen, sondern muskulär bedingt sind.

„Jedes Gelenk wird von einem Muskelpaar bewegt. Durch einseitige Bewegung oder Schonen entstehen Fehlspannungen in den Muskeln“, erklärt Haase. Die Schmerzen, die wir dabei empfinden, sind ein Alarmsignal, das vom Gehirn gesendet wird, um Schlimmeres zu verhindern.

Schmerzen sind Alarmsignale des Gehirns

Die Entdeckung dieses so genannten Alarmschmerzes ist die Erklärung für diese extrem hohe Wirksamkeit. Liebscher & Bracht erforschen dieses Phänomen seit 1986. Sie wiesen nach, dass ein im Gehirn geschaltetes Alarmschmerzprogramm, das rein funktionell reagiert, über 90 Prozent der Schmerzen weitgehend unabhängig von Schädigungen der Struktur (Arthrose, Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenose usw.) auslöst. Dadurch erwiesen sich die meisten Schmerzen als Alarmschmerzen.

Verkürzungen in der gesamten beteiligten Struktur, die durch muskulär-fasziale Spannungszustände hervorgerufen werden, sind der hauptsächlich Schmerzen verursachende Faktor. Diese werden mittels Osteopressur in der Behandlung behoben. Die Osteopressur eignet sich daher für so gut wie alle Schmerzen am Körper des Patienten. Auch und gerade bei chronischen Schmerzen, fehlinterpretierten Nerven- oder Gelenkentzündungen, Migräne, Fibromyalgie und bei mit herkömmlichen Methoden austherapierten Schmerzpatienten entfaltet sie gute bis hervorragende Therapieergebnisse.

Nachhaltige Wirkung durch Engpassdehnungen

Zuzüglich zur Osteopressur kommt schon ab der ersten Behandlung ein eigens dafür entwickeltes muskulär-fasziales Übungsprogramm – so genannte therapeutische Engpassdehnungen – zum Einsatz. Diese normalisieren fortlaufend die Spannungszustände und lösen entstandene Verkürzungen auf. Bei regelmäßiger Anwendung verhindern diese Engpassdehnungen, dass die muskulär-faszialen Spannungszustände durch das individuelle Bewegungsprofil des Patienten wieder entstehen. Dadurch werden die Therapieergebnisse nachhaltig sichert.

Im Normalfall wird von drei Behandlungen ausgegangen. Doch je besser der Patient zu Hause mitarbeitet und seine Übungen macht, umso früher kann er die Schmerzfreiheit erlangen. „Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass der Schmerzzustand schon nach der ersten Behandlung drastisch reduziert ist“, erzählt Haase.

Der Vorteil der Behandlung liegt darin, dass sie ohne Medikamente und ohne Operation erfolgt. Des Weiteren ist es eine ganzheitliche Therapie. Denn auch die Ernährung spielt eine große Rolle. Petra Bracht ist Ernährungsmedizinerin und hat Supplementierungen zusammengestellt, die den Körper zusätzlich unterstützen können.

Um Schmerzen auch zukünftig zu vermeiden, können Sie vorbeugend auch Kurse besuchen, in denen die Bewegungstherapie von Liebscher & Bracht angewandt wird. Das sogenannte Faszienyoga („Fayo“) ist für gesunde Menschen geeignet, die Schmerzen vorbeugen möchten.

Die Naturheilpraxis „Ostseesalzgrotte“ bietet einmal im Jahr eine Gesundheitswoche auf Mallorca an, in der die Bewegungstherapie für Interessierte und Patienten angewendet wird. Geplant sind außerdem ein Gesundheitswochenende an der Ostsee und Kurse auf Kreuzfahrten.

Vielen Dank für das Interview, Frau Haase!