Stille Wege am Meer: Meditatives Wandern auf dem Darß

Bisher führte er seine Gruppenwanderungen in Bayern und in Spanien durch. Nun hat der Körpertherapeut Norbert Parucha erstmals eine 6-tägige Reise an der Ostsee durchgeführt. Die 19 Teilnehmenden waren begeistert. 
 

Das "meditative Wandern" ist in Mecklenburg-Vorpommern bisher noch relativ unbekannt. Um mehr über dieses spannende Thema zu erfahren, sprachen wir mit Norbert Parucha vor Ort in Prerow.

Meditatives Wandern - was passiert da?

Beim Meditativen Gehen und Wandern besinnen wir uns auf die natürlichste Art der Fortbewegung. Beim Gehen können wir den Körper bewusst spüren und dabei unsere innere Kraftquelle neu entdecken. Im bewussten Gehen lassen wir die Hektik und das Gefühl von getrieben sein hinter uns. Bewusstes Gehen ist ganzheitliche Bewegung als Spiel des Gleichgewichts. Es bedeutet ein stetiges Loslassen und Annehmen, dazwischen ein gelassenes aufgerichtet sein. Gehen um zu gehen, nicht um irgendwo ankommen zu müssen. Den Atem kommen und gehen lassen, für den Augenblick das Ziel vergessen, sich auf den Weg einlassen und sich gehen lassen.

Wie unterscheidet sich das meditative vom "normalen" Wandern?

Wir gehen kürzere Strecken - in der Regel 10 bis max. 15 km am Tag. Manche Wege gehen wir in Stille. Zwischendurch gebe ich auf den Wanderungen meditative Impulse und morgens sowie abends biete ich eine Meditation an.

Bisher haben Sie meditative Wanderungen in Ihrer Heimat, den Ammergauer Alpen und dem dortigen Meditationsweg und auf dem Jakobsweg angeboten. Was hat Sie in den Norden geführt?

Ich kenne den Norden gut und mag die ursprüngliche, wilde Natur der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns. In Prerow habe ich bereits mehrere schöne Urlaube verbracht. Da lag es nahe, das auch hier einmal anzubieten. Ich habe viele Wiederholer unter meinen Teilnehmenden, die waren von dieser Abwechslung sofort begeistert. Die Reise war bereits kurz nach der Veröffentlichung ausgebucht!

Welche Rolle spielt das - manchmal ja eher wechselhafte und stürmische Wetter bei uns im Norden - für Ihre Wanderungen?

Die Erfahrung zeigt, dass das Wetter eigentlich keine große Rolle spielt. Es geht beim meditativen Wandern ja auch darum, zu lernen, anzunehmen, was ist. Die Teilnehmenden sind in der Regel gut ausgerüstet und kommen mit fast jeder Wetterlage zurecht. In dieser Woche hat es sowohl geregnet als auch heftig geweht und sie haben es als tolle Erfahrung erlebt, sich auch bei "widrigen Umständen" an der frischen Luft zu bewegen und dabei Kraft zu tanken.

Was ist Ihren Teilnehmenden noch wichtig?

Das Gefühl, in der Gruppe gut aufgehoben zu sein. Auch die gastfreundliche Atmosphäre der Unterkunft spielt eine Rolle. Gesunde Ernährung ist ein weiterer Aspekt, auf den viele Wert legen. Hier im Haus Linden mit seinen freundlichen Mitarbeitern und der hervorragenden vegetarischen und veganen Küche haben wir uns rundum wohl gefühlt. 

Das Feedback der Teilnehmenden in diesem Jahr war ja einhellig sehr positiv. Werden Sie diese Reise noch einmal anbieten?

Ja, die Unterkunft im Haus Linden in Prerow habe ich bereits reserviert für die Woche vom 8.-13.10.2018

"Stille Wege am Meer 2018"

Vielen Dank an Norbert Parucha für diese Informationen und das offene Gespräch. Wir sind gespannt auf die Fortsetzung in 2018!