Halotherapie: Wirken Salzgrotten?

Die Nachfrage ist groß. Inzwischen gibt es in Deutsch­land mehr als 300 künstliche Salz­grotten. Aber hat der Aufenthalt auch positive Effekte auf die Gesundheit?

Die Heilkur in natürlichen Salzhöhlen und Gruben ist schon lange bekannt. Bereits im antiken Griechenland stellte man fest, dass salzhaltige Luft positive Auswirkungen auf die Haut und die Atemwege hat. Mitte des 19. Jahrhunderts beobachtete der polnische Arzt, F. Bochkowski, dass die Arbeiter in den Salzbergwerken im Gegensatz zu ihren Kollegen in anderen Stollen seltener an Atemwegserkrankungen litten. Diesen glücklichen Umstand führte er auf die ionisierte, salzhaltige Luft zurück, die die Arbeiter im Bergwerk einatmeten.

Wirkung der Salz-Therapie

In Salzgrotten herrscht ein einzigartiges Mikroklima. Der Grund dafür ist das Aerosol in der Luft. Die natürliche Feuchtigkeit in der Höhle sorgt dafür, dass sich das Salz in den Wänden langsam löst und sich Aerosol bildet. Außerdem tragen die ideale Temperatur von ca. 20 Grad, eine hohe Luftfeuchtigkeit und bakterienfreie Luft ohne Allergene, die mit Aerosolen und Ionen gesättigt ist, zum therapeutischen Effekt bei.

Bei einigen Erkrankungen kann der Aufenthalt in einer Salzgrotte Linderung verschaffen und eine wirksame Unterstützung der Grundtherapie sein. So reagieren Menschen mit Atemwegserkrankungen oft positiv auf einen hohen Salzgehalt in der Umgebungsluft. Auch, wenn die Wirksamkeit von Salzgrotten in bisherigen Studien noch nicht zweifelsfrei belegt werden konnte, sorgt der Aufenthalt dennoch bei dem ein oder anderen Besucher für die Linderung seiner Beschwerden oder eine Verbesserung des Wohlbefindens.

Ostseesalzgrotte in Bad Doberan

In der Naturheilpraxis „Ostseesalzgrotte“ in Bad Doberan funktioniert die Salzgrotte nach demselben Prinzip wie eine natürliche Salzgrotte. Die Wände in der „Salzgrotte“ sind mit Salz ausgekleidet und Salzgranulat bedeckt den Boden. Über die Salzblöcke in Wänden und Fußboden gelangen Salzione in die Raumluft. Zwei Gradierwerke, über die eine Solelösung rieselt, sorgen für eine Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 60 Prozent. Die Temperatur liegt konstant bei 19 bis 21 Grad. So kann der Raum zur Halotherapie (griechisch „halos“ bedeutet Salz) genutzt werden.

In der Regel verbringen Sie circa 45 Minuten in der Ostseesalzgrotte: Damit Sie nicht frieren, bekommen Sie Decken und bei Bedarf Socken. Die Schuhe werden ausgezogen, Ihre Kleidung behalten Sie an. Dann dürfen Sie in bequemen Liegen Platz nehmen und bei entspannender Musik und gedimmtem Licht die Umgebung auf sich wirken lassen.

Durch die Kombination aus Entspannung, meditativer Umgebung und salzhaltiger Luft kommen Sie zur Ruhe und können dem Alltagsstress entfliehen.

Wenn Sie allerdings unter einer Überfunktion der Schilddrüse oder einer Jodallergie leiden, sollten Sie zuerst mit Ihrem Arzt klären, ob ein Besuch in einer Salzgrotte für Sie ratsam ist.