Bringen Sie Ihren Stoffwechsel auf Trab

Ein Ernährungsplan, der speziell auf die eigenen Vital- und Stoffwechselwerte abgestimmt ist? Das klingt nach einer genialen Lösung für viele unserer Probleme. Silke Brügmann, Heilpraktikerin im Bio Hotel Ginkgo Mare, erklärt, was es mit der Stoffwechselanalyse auf sich hat.

Wann ist eine Stoffwechselberatung sinnvoll?

Silke Brügmann: Viele Patienten kommen zu mir in die Praxis, weil sie sich unwohl fühlen. Sie sind übergewichtig, schlafen schlecht oder haben Verdauungsprobleme. In einem Anamnesegespräch stellen wir dann fest, dass eine Stoffwechselanalyse passen könnte.

Wie läuft so eine Stoffwechselanalyse ab?

Silke Brügmann: Am Anfang steht natürlich immer das Anamnesegespräch. Ich frage die Patienten nach ihren Lebens- und Essensgewohnheiten, ob es ein Schlafdefizit gibt und wie das aussieht. Alter, Größe und Gewicht gehören natürlich auch dazu.

Stellt sich heraus, dass eine Stoffwechselanalyse sinnvoll wäre, dann nehme ich den Patienten morgens nüchtern zwei Röhrchen Blut ab und schicke diese an ein Labor. Ein paar Tage später erhalte ich dann die Werte. Daraufhin erstelle ich in Zusammenarbeit mit dem „Gesund und Aktiv“ Institut einen Ernährungsplan, der auf den Ergebnissen der Analyse und des Anamnesegesprächs basiert.

Die Patienten kommen dann in die Praxis und wir besprechen ganz in Ruhe die Ergebnisse der Stoffwechselanalyse und wie wir ihren Stoffwechsel umstellen oder verbessern könnten.

Im zweiten Schritt gehen wir den Ernährungsplan durch und schauen, welche Lebensmittel geeignet oder weniger geeignet sind. Ich erkläre den Patienten, was sie einkaufen dürfen und gebe ihnen Tipps wie sie den neuen Ernährungsplan leichter umsetzen können.

Der Stoffwechsel braucht etwa acht bis zehn Wochen, um sich umzustellen. So lange muss man ihm Zeit geben, um Ergebnisse zu sehen. Nach acht Wochen bekommen die Patienten noch einen Erweiterungsplan und das sind dann genau die Lebensmittel, die für den Patienten richtig sind.

Was ist in der Stoffwechselanalyse alles enthalten?

Silke Brügmann: Wir lassen von dem Speziallabor 42 Werte bestimmen, da wir einen möglichst großen Eindruck vom Stoffwechselgeschehen haben möchten. Ich sehe mir das Blutbild an, die roten und weißen Blutkörperchen und das Immunsystem. Des Weiteren werfe ich einen Blick auf den Mineralienhaushalt (Eisen, Kupfer, Kalium, Magnesium usw.) und schaue, ob es dort Defizite gibt.

Ich schaue mir auch die Leberwerte, die Cholesterinwerte und die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse an.

Der Langzeitblutzuckerwert und auch der kurzfristige Blutzuckerwert spielen eine große Rolle. Sie sind sehr wichtig für das Auswerten der Lebensmittel, die zum Patienten passen.

Außerdem sehe ich mir den Nierenstoffwechsel und die Schilddrüse an. Auch das sind wichtige Parameter für die Stoffwechselanalyse.

Werden auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien bestimmt?

Silke Brügmann: Nein, das ist in diesem Fall nicht enthalten. Dafür müsste man noch einmal Blut abnehmen und dann kann das Labor bis zu 400 verschiedene Allergien feststellen. Das würde hier aber den Kostenrahmen sprengen.

Für wen eignet sich eine Stoffwechselberatung?

Silke Brügmann: Eine Stoffwechselberatung eignet sich im Prinzip für jeden. Sie ist ja individuell auf den Patienten abgestimmt. Man sollte allerdings seinen inneren Schweinehund überwinden können.

Wenn der Ernährungsplan nachher nicht angenommen wird, ist das für beide Seiten frustrierend. Denn es ist ja auch eine Kostenfrage.

Was sind die Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Diät?

Silke Brügmann: Dieser Ernährungsplan ist speziell auf Ihren Stoffwechsel abgestimmt. Er enthält genau die Lebensmittel die für Sie richtig sind. Dadurch gibt es keinen Yo-Yo-Effekt. Bei einer herkömmlichen Diät, isst man sehr einseitig, das lässt vorübergehend die Pfunde purzeln. Nach der Diät haben Sie die Pfunde aber mindestens doppelt so schnell wieder drauf. Das passiert hier nicht, denn es handelt sich hierbei nicht um eine Diät, sondern um eine individuell angepasste Ernährungsweise.

Vielen Dank für das Interview, Frau Brügmann!