Bademythen – Was ist dran?

Sommer bedeutet Badezeit - gerade in Mecklenburg-Vorpommern mit seinen attraktiven Seen und der Ostsee. Worauf aber sollten Badegäste beim Schwimmen achten? Stimmt es wirklich, dass man mit vollem Magen nicht ins Wasser gehen sollte? Nachfolgend die Aufklärung einiger weit verbreiteter Bademythen.

1. Mythos: "Beim Baden oder Schwimmen bekommt man keinen Sonnenbrand." Das stimmt nicht. Im Wasser ist die Gefahr für Hautreizungen sogar größer. Denn die Strahlen der Sonne dringen bis zu einen Meter in das Wasser ein. Dort werden sie reflektiert und um ein Mehrfaches verstärkt. Zudem wirken Wassertropfen auf Haaren und Haut wie kleine Brenngläser. Die Gefahr für einen Sonnenbrand ist beim Baden also groß.

2. Mythos: "Sonnenschutzcreme aus dem Jahr zuvor verliert ihre Schutzwirkung." Dieser Mythos ist falsch. Sonnenschutzcreme vom Vorjahr kann ohne Bedenken verwendet werden. Sprays oder Tuben, die schon einige Jahre alt sind, sollten aber besser entsorgt werden - Tests zufolge bleiben die UV-Filter in einer solchen Creme etwa drei bis fünf Jahre wirksam. Hilfreich ist es, sie an einem kühlen Ort - zum Beispiel im Kühlschrank oder Keller - aufzubewahren.

3. Mythos: "Bier und andere alkoholische Getränke wirken in der Sonne stärker als sonst." Das stimmt. In der Hitze verliert der Mensch schneller Flüssigkeit, wodurch Alkohol konzentrierter wirken kann. Daher ist generell von Alkohol am Strand - und grundsätzlich auch beim Baden und Schwimmen - abzuraten.

4. Mythos: "Bei einem "Bauchklatscher" im Schwimmbad kann die Bauchdecke aufplatzen." Das stimmt nicht. Die Haut des Menschen ist sehr elastisch. Bei einer Bauchlandung vom Sprungturm aus zehn Meter Höhe können allerdings innere Organe verletzt werden. Es empfiehlt sich also, Sprungtechniken aus kleineren Höhen vorher zu üben.

5. Mythos: "Niemals nach dem Essen ins Wasser gehen." Hier haben Eltern mit ihren Belehrungen recht. Bei einem vollen Magen benötigt der Körper viel Energie für die Verdauung. Wenn nun für Schwimmen oder anstrengendes Planschen wieder Kraftreserven benötigt werden, muss der Organismus sich erst einmal umstellen. Das kann beim Schwimmen zu gefährlichem Seitenstechen und/oder Kreislaufproblemen führen – die Gefahr zu Ertrinken besteht. Besser ist es daher, nach dem Essen eine Stunde nicht ins Wasser zu gehen.

Nach diesen Ratschlägen für die Gesundheit beim Baden gibt es bei sommerlichen Temperaturen nun nur eins: Ab in das kühle Nass. Wir empfehlen Ihnen die Badestellen mit der blauen Flagge: Sehr viele Badestellen und Ostseebäder in MV – von Ahrenshoop bis Zinnowitz – sind damit bereits ausgezeichnet worden. Die Blaue Flagge wird bereits seit 1987 für die Erfüllung bestimmter Umweltstandards vergeben. Die Badestellen, Strände oder Sportboothäfen erhalten die Auszeichnung jeweils für ein Jahr.